Ich bin Gesine Schwan

Gerade weil ich mich mit der politischen Linie der SPD auch immer wieder auseinandergesetzt habe, liegt mir der Erfolg unserer Partei sehr am Herzen. Streit verbindet!

Gesine Schwan
Bild: Hans-Christian Plambeck

Politik muss die gleiche Würde aller Menschen lebbar und erlebbar machen, ganz egal, wo sie geboren sind und wo sie leben.

 

So begann es

Gesine Schwan
Erinnerung an meine Kindheit. Bild: privat

Ich komme aus einer sehr politischen Familie. Meine Eltern waren im Widerstand und haben meinen Bruder und mich vor der Katastrophe des NS-Hintergrundes für die Demokratie und die europäische Verständigung erzogen. Aus diesem Grunde schickten sie uns in Berlin auf das Französische Gymnasium. Wir sollten unseren ehemaligen „Erbfeind“ Frankreich als guten kultivierten Nachbarn kennen lernen. Nach dem Abitur lernte ich Polnisch, weil ich mich auch in der Verständigung mit unserem östlichen Nachbarn engagieren wollte.  Als viel spätere Folge davon wurde ich 1999 zur Präsidentin der  Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) gewählt, die eine Brücke zu Polen bildet,  und war von 2005 bis 2009 Beauftragte der Bundesregiering für die Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Nach dem Abitur habe ich Romanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie studiert, 1970 über den polnischen Philosophen Leszek Kolakowski promoviert und mich 1975 über die Gesellschaftskritik von Karl Marx habilitiert. 1977 wurde ich Professorin an der Freien Universität Berlin.

 

Es ging mir überall um die Stärkung der (sozialen) Demokratie und des Friedens in Europa und global.

Meine SPD

Gesine Schwan
Die sozialdemokratischen Grundwerte leiten uns, um neue Fragen zu beantworten. Bild: Heide Fest

1972 trat ich wegen Willy Brandts Entspannungspolitik der SPD bei. 1977 berief mich der Parteivorstand auf Vorschlag von Hans-Jochen Vogel in die Grundwertekommission unter Erhard Eppler.

Politisch  und wissenschaftlich habe mich ich besonders mit der Verständigung mit Frankreich und Polen, überhaupt in Europa beschäftigt,  mit internationaler Friedenspolitik, mit politscher Philosophie und Psychologie, Theorien der Demokratie und des Sozialismus  und mit der sog. Aufarbeitung der Vergangenheit. Es ging mir überall um die Stärkung der (sozialen) Demokratie und des Friedens in Europa und global. Mein erstes Buch nach der Habilitation widmete ich 1982 der Frage, was konkret „Sozialismus in der Demokratie“ bedeutet. Den Parteilinken war es damals nicht genug marxistisch, die Parteirechten kümmerten sich mehr um Personalpolitik als um Theorie und Programmatik.

1984 wurde ich nicht wieder in die Grundwertekommission gewählt, weil ich öffentlich daran Kritik geübt hatte, dass die pragmatisch richtige Zusammenarbeit mit den kommunistischen Regierungen die Menschenrechtsfrage zu sehr ausblendete.  Meine Solidarität war bei den polnischen Dissidenten, die im Gefängnis saßen.

Mitte der  neunziger Jahre holte mich Wolfgang Thierse wieder in die Grundwertekommission zurück, die ich seit 2014 leite. 2004 war ich Kandidatin von SPD und Grünen für die Position der Bundespräsidentin, 2009 noch einmal, von der SPD nominiert.

 

Neben der Politik

See
Mein Mann und ich gehen gerne in der Natur schwimmen. Bild: Pixabay

1969 heiratete ich Alexander Schwan, unsere Kinder sind 1975 und 1977 geboren, Alexander Schwan verstarb 1989. Seit 2004 bin ich mit Peter Eigen (Gründer von Transparency International) verheiratet.

Meine Familie ist mir sehr wichtig, jeden Sonntag treffen wir uns mit Kindern und Enkeln zum gemeinsamen Mittagessen. Ich liebe die Berliner und die Brandenburger Seen und schwimme gern mit meinem Mann im Schlachtensee.